{"id":387,"date":"2015-08-16T14:27:25","date_gmt":"2015-08-16T12:27:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.david-web.net\/?p=387"},"modified":"2015-08-16T14:27:25","modified_gmt":"2015-08-16T12:27:25","slug":"226-km-entspannt-schwimmen-hart-radfahren-und-1-000-tode","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.david-web.net\/?p=387","title":{"rendered":"226 km &#8211; Entspannt schwimmen, hart Radfahren und 1.000 Tode"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Mein Langstreckendeb\u00fct. Endlich ist es soweit. Ich stehe im Main-Donau-Kanal in Hilpoltstein und warte auf den Startschuss. Zu meiner Verwunderung bin ich v\u00f6llig entspannt. Keine Aufregung, gar nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Startschuss f\u00e4llt. Ich schwimme, mit 200 anderen Teilnehmern meiner Startgruppe los. Bei dem DATEV Challenge Roth wird in Wellen gestartet, immer 200 Athleten auf einmal. Zu meiner gro\u00dfen \u00dcberraschung ist das Schwimmen sehr angenehm, keine Waschk\u00fcche, keine Tritte, kein Kampf um die besten Pl\u00e4tze. Schnell finde ich meinen Rhythmus und komme gut weg. Auf der Strecke sammele ich einige aus der Startgruppe vor mir ein, gut zu erkennen an den aufgedruckten Startzeiten auf der Badekappe. Endlich dann die erste Wendeboje, also zur\u00fcck, dann nach einiger Zeit kann ich die Br\u00fccke am Ausstieg entdecken &#8211; toll, gleich geschafft. Irgendwie will diese Br\u00fccke nicht n\u00e4her kommen. Mit jedem Zug bleibt, zumindest meinem Gef\u00fchl nach, der Abstand immer gleich. Irgendwann bin ich dann endlich unter der Br\u00fccke durch und schwimme um die n\u00e4chste, und somit letzte Boje. Auf dem Weg zum Ausstieg dann der erste Schreckmoment &#8211; ich bekommen einen Krampf im linken Unterschenkel. Kurz schwimme ich nur noch den Armzug und strecke das Bein soweit wie m\u00f6glich. Der Krampf l\u00f6st sich und ich bringe die letzten Meter sicher in die erste Wechselzone. Die Helferin, die mir die Hand entgegen streckt h\u00e4tte ich am liebsten umarmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schnell raus aus dem Wasser, den Neo bis zur H\u00fcfte abgestreift, den Wechselbeutel geschnappt und ins Zelt. Hier habe ich mich dann des Neos entledigt und mein Tri-Top \u00fcbergestreift. Leider blieb es auf halber Strecke stecken, so dass ich einen seltsamen Tanz aufgef\u00fchrt habe, um das Teil \u00fcber meinen Oberk\u00f6rper zu bekommen. Schnell war eine helfende Hand bei mir und hat mich aus meiner Lage befreit. Ich muss hier an dieser Stelle ein gro\u00dfes Lob f\u00fcr die Helfer in Roth aussprechen. Toll! Immer freundlich und immer mit einem L\u00e4cheln im Gesicht! You could be proud!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fertig angezogen ging es zum Rad. Aus der Wechselzone und \u00fcber den Kanal. Auf der Br\u00fccke stand meine Familie und hat mich angefeuert. Super. Ein Motivationsschub den ich gebrauchen konnte. Die Radstrecke war wirklich anspruchsvoll. Immer wieder hoch und runter. Ich habe versucht meinen Tritt zu finden, orientiert an den Wattwerten aus dem Training. Irgendwie ist es mir nicht richtig gelungen. Es ging hoch und wieder runter. Auf dem Radkurs ist mir aufgefallen, dass ich sehr viele Athleten \u00fcberholen konnte sobald es bergauf ging. Auf den Abfahrten bin ich bewusst nicht volles Risiko gefahren. Die Radstrecke werde ich immer mit dem Namen Greding verbinden. Hier an der Steigung habe ich Blut und Wasser geschwitzt, gepusht durch die tausenden von Zuschauern. Das Highlight von Roth ist und bleibt der Solarer Berg. Von weitem h\u00f6rt man schon die Massen von Fans, die den Pfad s\u00e4umen. Als Radfahrer hat man hier nur eine schmale Passage durch die Zuschauer, welche den Anstieg zum Flachst\u00fcck machen. Auch jetzt, f\u00fcnf Wochen nach dem Wettkampf habe ich immer noch eine G\u00e4nsehaut, wenn ich noch daran denke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann die zweite Wechselzone. Kurz vor dem Balken, das den Abstieg vom Rad markiert stehen die ersten Helfer. Ich also runter vom Rad und schon ist mein Rad in den H\u00e4nden eines Catchers. Auf dem Weg zum Zelt bekomme ich meinen Wechselbeutel in die Hand gedr\u00fcckt. Umziehen und raus auf die Laufstrecke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Direkt am Ausgang der Wechselzone standen meine &#8222;Fans&#8220;. Ein gro\u00dfartiges Gef\u00fchl. Die ersten zwei Kilometer auf der Laufstrecke habe ich versucht meine gewohnte Marathonpace von 05:30 Minuten pro Kilometer zu laufen. Schnell musste ich erkennen, dass die Temperatur und die Radperformance dies nicht zugelassen haben. Also Tempo raus nehmen und leiden. Die Strecke am Kanal entlang ist nicht sehr ansprechend, ungesch\u00fctzt vor der Sonne mit einigen gemeinen Steigungen. Mein Ziel, die 42,195 km komplett zu laufen, ohne Gehpausen, konnte ich fast erreichen. Nur an den Verpflegungsstationen habe ich mir die Zeit genommen und ganz in Ruhe getrunken und nicht wie sonst: Greifen und im Lauf trinken. Mich hat es wirklich verwundert, wie viele Triathleten schon bei den ersten Kilometern gegangen sind. Irgendwann kam mir Achim, ein Bekannter aus Barsb\u00fcttel, auf der Laufstrecke entgegen und schrie meinen Namen. Ein gro\u00dfes Plus an Motivation. Immer in Erinnerung wird mir der Abschnitt durch ein Waldst\u00fcck bleiben. Dort ging es bergab. Als ich mich umdrehte sah ich ein Schild mit dem Aufdruck 30 km&#8230;. Ein Marathon ist hart und ab Kilometer 30 wird er richtig hart&#8230;. und dann noch bergauf! Zwischen Kilometer 34 und 36 habe ich dann noch Melli, eine Triabolo, an der Laufstrecke sitzen sehen. Es tat gut ein bekanntes Gesicht zu sehen. Ich habe ihren Namen gerufen und sie hat mich so verwirrt angeschaut, dass ich das Gef\u00fchl hatte, dass sie mich nicht erkannt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 11:43:55 bin ich dann ins Ziel. Der Einlauf in das Stadion im Stadtpark von Roth ist unbeschreiblich, leider konnte ich zu diesem Zeitpunkt die ganze Atmosph\u00e4re nicht in mich aufnehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Langstreckendeb\u00fct. Endlich ist es soweit. Ich stehe im Main-Donau-Kanal in Hilpoltstein und warte auf den Startschuss. Zu meiner Verwunderung bin ich v\u00f6llig entspannt. Keine Aufregung, gar nichts. Der Startschuss f\u00e4llt. Ich schwimme, mit 200 anderen Teilnehmern meiner Startgruppe los. Bei dem DATEV Challenge Roth wird in Wellen gestartet, immer 200 Athleten auf einmal. 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